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WordPress – Keep it simple

WordPress ist ein fantastisches Content-Management-System (CMS) für die meisten Web-Projekte. In den letzten jahren hat WordPress den Funktionsumfang stetig erweitert und optimiert. Für die meisten Projekte sind einige der Features aber nicht nützlich, sondern bringen vermeidbare Komplexität in die WordPress Installation. Einige dieser Features und wie du sie deaktivierst zeige ich dir in diesem Beitrag – keep it simple!

Bildskalierung deaktivieren

Seit WordPress 5.3 erkennt das CMS zu große Bilder ab 2650 Pixeln und skaliert diese automatisch in kleinere Formate. Diese werden zusätzlich zum Original in der Mediathek bzw. im Uploads Ordner gespeichert. 

In der Regel ist dies nicht notwendig. Beispielsweise dann, wenn Bilder und Illustrationen, die auf der Website verwendet werden durch einen professionellen Grafiker oder Online Marketing Spezialisten erstellt werden. Denn dann sind die Medien bereits auf die optimale Größe ausgerichtet und für die Verwendung im Web komprimiert.

WordPress dann noch zusätzliche Skalierungen davon anlegen zu lassen bringt in diesem Fall nur Nachteile: Es wird mehr Speicherplatz in Anspruch genommen, zusätzliche Grafiken werden mit der Endung "-scaled" abgelegt und vermüllen mit der Zeit deine WordPress Installation bzw. deinen Uploads Ordner.

Mit dem folgenden Filter kann das Image Scaling deaktiviert werden. Es gehört in die Functions.php deines verwendeten Themes.

add_filter( 'big_image_size_threshold', '__return_false' );

Empfehlung:

Deaktiviere die Bildskalierung von WordPress und lade deine Abbildungen bereits optimiert in WordPress hoch. Achte hierbei gleich auf moderne Bildformate wie z.B. webp.

Zusätzliche Bildgrößen deaktivieren

Ebenfalls Standard von WordPress ist es, dass das System zu jedem Upload weitere Größen anlegt. Anders als beim ersten genannten Punkt, dem Skalieren, werden die meisten Bildgrößen einfach zugeschnitten. So macht WordPress beispielsweise aus einem Bild im Format 16:9 je nach Einstellungen einfach ein quadratisches. Dieser Zuschnitt ist meist unnötig, daher empfehle ich, Bilder und Illustrationen immer in den korrekten Maßen anzulegen und hochzuladen.

Die Standard-Zuschnitte deiner Uploads sind:

  • Thumbnail size – 150 x 150 Pixel
  • Medium size – 300 x 300 Pixel
  • Large size – 1024 x 1024 Pixel
  • Full size – Originalgröße

Empfehlung:

Stelle die Bildgrößen in deinen WordPress Einstellungen unter Medien auf den Wert 0. Dies hindert WordPress daran, die Zuschnitte anzulegen.

Unterordner im Uploads Ordner unterbinden

Eine etwas versteckte und aus meiner Sicht ebenfalls unnötige Einstellung von WordPress ist das Organisieren deiner Uploads in Unterordnern nach Jahren und Monaten. Diese Einstellung macht es dir später zur Herausforderung, in deinem Uploads Ordner die richtigen Files wiederzufinden, zum Beispiel für manuelle Backups. Denn dafür müsstest du für jeden Upload wissen, wann du diesen hochgeladen hast.

Empfehlung:

Deaktiviere monats- und jahresbasierte Ordner in den WordPress Einstellungen unter Medien, indem du den Haken beiMeine Uploads in monats- und jahresbasierten Ordnern organisieren entfernst.

Mehr oder weniger zufällige Redirects unterbinden

WordPress hat ein "Feature", das beim Ändern oder Löschen von Seiten und Posts mit einer URL, diese zu der nächstbesten Seite umleitet. Dieses Feature leitet dann allerdings oft zu rein zufällig gewählten Seiten um und ist dadurch eher hinderlich als nützlich. Wenn du die volle Kontrolle über die Redirects behalten möchtest, lege ich dir ans Herz, dieses Feature zu deaktivieren.

Mit der folgenden Ergänzung in der functions.php kann das vermieden werden:

remove_action('template_redirect', 'redirect_canonical');

Empfehlung:

Behalte selbst die Kontrolle über deine Redirects in einem passenden Plugin und verlasse sich nicht auf die teilweise zufälligen WordPress Umleitungsregeln.

Den Blog im Backend ausblenden, sofern ungenutzt

Wenn du eine rudimentäre Website mit WordPress aufsetzen möchtest, benötigst du unter Umständen den Blog nicht. Um in diesem Fall auch das Backend sauber und aufgeräumt zu halten und zu vermeiden, dasss andere User fälschlicherweise Seiten als Blog-Posts anlegen, kannst du alles im Backend ausblenden. 

Füge dafür das Nachfolgende in deine functions.php ein:

add_action( 'admin_menu', 'remove_default_post_type' );

function remove_default_post_type() {
    remove_menu_page( 'edit.php' );
}

// Remove +New post in top Admin Menu Bar
add_action( 'admin_bar_menu', 'remove_default_post_type_menu_bar', 999 );

function remove_default_post_type_menu_bar( $wp_admin_bar ) {
    $wp_admin_bar->remove_node( 'new-post' );
}

// Remove Quick Draft Dashboard Widget
add_action( 'wp_dashboard_setup', 'remove_draft_widget', 999 );

function remove_draft_widget(){
    remove_meta_box( 'dashboard_quick_press', 'dashboard', 'side' );
}

// Removes from admin menu
add_action( 'admin_menu', 'my_remove_admin_menus' );
function my_remove_admin_menus() {
    remove_menu_page( 'edit-comments.php' );
}
// Removes from post and pages
add_action('init', 'remove_comment_support', 100);

function remove_comment_support() {
    remove_post_type_support( 'post', 'comments' );
    remove_post_type_support( 'page', 'comments' );
}
// Removes from admin bar
function mytheme_admin_bar_render() {
    global $wp_admin_bar;
    $wp_admin_bar->remove_menu('comments');
}
add_action( 'wp_before_admin_bar_render', 'mytheme_admin_bar_render' );

Empfehlung:

Nicht nur Ordnung im Frontend, auch im Backend: Wenn der Blog ungenutzt bleibt, blende alles damit zusammenhängende im Backend aus und erleichtere einen Users und Editors den Umgang mit dem Backend.

Diese Anpassungen in Breakdance umsetzen

Alles, was ich dir bisher gezeigt habe, wird über die zentrale Datei functions.php deines Themes gesteuert. Zwar kannst du alle Einstellungen auch von Hand anpassen, dies muss dann aber direkt nach der Installation erfolgen. 

Breakdance kann ohne Theme verwendet werden, hier gibt es dann auch keine functions.php, an der du die Anpassungen vornehmen könntest. In diesem Fall kannst du ein kleines Plugin erstellen, das dir eine functions.php für deine Breakdance Seite bereitstellt.

Quellen

Foto von Sarah Dorweiler auf Unsplash

Ich bin Toby Schmidt, Minimalist, Online-Marketing-Begeisterter, Web-Entwickler, WordPress-User und -developer und hauptberuflich Data Scientist bei Conceptboard.

In meinem persönlichen Blog schreibe ich über Themen, die mich interessieren – von Minimalismus-Erfahrungen über Technik-Tips bis hin zu Hilfe-Artikeln für fortgeschrittene Mac OS User.

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